Category Archives: Film

Ein Filmtipp – “Finding Vivian Maier”

Finding Vivian Maier
“Finding Vivian Maier” der Dokumentarfilm ist am 26.06.2014 in den deutschen Kinos gestartet.
Eine Geschichte über eine Frau, die jahrelang Street-Scenen in NY und Chicago fotografierte, diese Bilder aber niemandem zeigte.
Nach Ihrem Tod wurden die Fotos zufällig entdeckt und auf der ganzen Welt gezeigt und gejubelt.

Pressestimen:
„Jede belanglose Alltagsszene bekommt ein besonderes Gewicht, Fremde wirken gleichermaßen glamourös und abgerissen, und – ungewollt – ergibt sich so auch eine Modenschau jener Zeit.“ ELLE MAGAZINE

„Ms. Maiers Straßenbilder fangen nicht nur die Atmosphäre vor Ort ein, sondern auch die paradoxen Momente, die die Jazz-Atmosphäre der Stadt ausmachen, während sie die Menschen auf ihren Fotos in ihrer Würde überhöhen – sie sind verletzlich, nobel, am Boden zerstört, stolz, zerbrechlich, zärtlich und oft sehr komisch.“ NYTimes Blog

„goEAST“ Filmfestival startet und…

goEAST

ich muss wieder eine Empfehlung abgeben. „go-East“ Filmfestival beschäftigt sich in Rahmen des Symposiums mit der „Polnischen neuen Welle“, also mit dem polnischen Film der 60-ger und 70-ger Jahre.

In Wiesbaden (Murnau Filmtheater, Caligari) und Darmstadt (Programkino Rex) sind viele top-Filme dieser Zeit zu sehen. Auch als Vorfilme präsentierte Kurzfilme gehören dazu!

Zum Beispiel „Noz w wodzie/Messer im Wasser“ von Roman Polanski. Sein erster Kinofilm, mit der wunderbaren Musik von Krzysztof Komeda, ist einfach unvergesslich.
Dann vier frühe Filme von Jerzy Skolimowski. Kaum zu glauben, dass die Filme bereits 50 Jahre alt sind. An formaler Modernität, Schärfe und Härte haben sie kaum verloren. Mein Lieblingsregisseur, der in Deutschland leider kaum bekannt ist, zeigt, was ein „Autoren“ Film sein kann. Mein Favorit von ihm: „Rece do gory/Hände hoch“ – aber Vorsicht…
Nächstes Highlight „Rejs/ der Ausflug“ von Marek Piwowski. In Polen ein absoluter Kult-Film. Sollten die Polen eine Seele haben, dann wäre sie im schiefem Spiegel dieses Films zu entdecken. Einfach genial! Ich vermute zwar, dass die Situationen für die so genannten „deutschen Zuschauer“ unverständlich, die Dialoge unübersetzbar und die Menge der Absurdität unerträglich bleibt, aber der Film ist den Versuch auf jeden Fall wert. Es besteht eine kleine Chance auf eine große Liebe, auch wenn mit einem größeren Risiko eines Kopfleergefühls verbunden.

Dann Filme von Andrzej Zulawski, Krzysztof Zanussi, Grzegorz Krolikiewicz.
Was soll ich dann noch sagen…?

“IDA” – Deutschlandpremiere

kino

Bei meinem ersten Post über den Film “IDA”, habe ich versprochen mitzuteilen, wenn er in die deutschen Kinos kommt. Es ist so weit. Der Film startet offiziell am 10. April.
Eine Vor-Prämiere findet am 02. April in Hackesche Höfe Kino in Berlin statt.
In Rhein-Main-Gebiet gibt es, in Rahmen des „go-East“ Filmfestivals demnächst drei Termine.
Am 09. April in der Caligari-Filmbühne in Wiesbaden und dann am 10. April in Murnau-Filmtheater in Wiesbaden und am gleichen Tag im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt.
Ein Preview lief bereits am 26. März in Kino Traumstern in Lich.
Ich war dabei und gebe eine klare Empfehlung ab. Ich finde den Film sehr sehenswert und besonders für Bild & Kamera interessierte ein MUST SEE!
Formell ist der Film auf Schwarz-Weiß – mit einer sehr breiten Graupalette – reduziert. Das sehr weiche und diffuse Licht und die konzentrierte Bildkomposition der Kamera, die fast vollständig auf Bewegung verzichtet, komponiert sehr gut mit einer ruhigen Musik und direkten, unauffälligen Schnitt. Ein wirklich guter Film, der an die besten polnischen Filme der 50-ger und 60-er Jahre anknüpft aber trotzdem sehr frisch und modern – für mich vor Allem durch den Bildaufbau – bleibt.
Was braucht man mehr? Vielleicht nur einen kleinen, alten Kinosaal mit eher zu wenigen als zu vielen Gästen, und eventuell einen oder zwei Freunde, mit denen man danach noch etwas trinken und reden gehen kann.
Also…?

Camerimage 2013 – “Ida”

IDA

Vor gut einer Woche ging das 21. Camerimage-Filmfestival zu Ende.
Das Besondere an diesem Festival ist, dass es sich mit der Bildsprache des Films beschäftigt.    Es ist das größte und bekannteste Festival in diesem Bereich. ( So etwas wie die Oscars – hier heißt es “Goldene Frosch” – für die Kammeraarbeit).

In meinen Studienzeiten in Krakau und Lodz war das immer ein Genuss die Filme des Festivals zu sehen. Mit dem Umzug nach Deutschland habe ich jedoch das Festival und dessen Filme aus den Augen verloren. Camerimage ist in Deutschland nur für Insider bekannt und die Filme laufen, wenn überhaupt, dann “normal” durch Kinos.

Dieses Jahr war der Festival aber besonders. Mein Studienkollege – Lukasz Zal –  hat den Hauptpreis erhalten. Ich freue mich sehr, weil er wirklich ein toller Kameramann geworden ist.
Lukas hat Fotogrfie an der Filmhochschule in Lodz studiert, ging aber danach weiter in den Film. Ich erinnere mich an ein Gespräch, als er beraits Kamera studiert hat. Damals hat er gesagt, er fülle, er habe jezt den richtigen Platz und seine Berufung gefunden.
Eine Glückssituation für ihn aber auch für uns. Der Film Ida werde ich mir bestimmt anschauen. Sollte er auf deutch/in Deutschland zu sehen sein, sag ich Bescheid.

PS. Ich vermute, dass Lukasz in ein paar Jahren einen Oscar abräumt. Ich halte dafür die Daumen.