Sperrmüll war und bleibt für mich eine Überraschung. Einmal, weil so viele Sachen einfach weggeworfen werden, und zweitens, weil die Entsorgung so gut organisiert ist. Spermüll ist das Endprodukt des Konsummodells und somit mit Werbung verbunden. Im Gegensatz dazu ist der Sperrmüll aber wirklich.
Das Deutschlandbild, das ich hatte, als ich von Außen hierher kam, war ein gelungenes, perfektes und sauberes. Die weggeworfenen Sachen auf den Straßen gaben mir nun die Möglichkeit auch einen Blick nach Innen zu werfen. Vor kurzem haben die Menschen mit diesen Gegenständen gelebt und weil sie sich nun etwas Neues gekauft haben, umgezogen oder gestorben sind, landen die Sachen auf der Straße. Und man merkt, dass das nicht Gegenstände aus Einrichtungskatalogen sind. Spermüll macht auch die Straßen lebendiger. Etwas tut sich auf der Straße. Es entstehen ungewöhnliche, bizarre Formen und Zusammenstellungen. Die tägliche Ordnung wird gebrochen.

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